„VÖLKER DER ERDE“ – Literarische Entgegnungen zur Sprache der NS-Justiz – Premiere am 26.4.2020

„VÖLKER DER ERDE“ – Literarische Entgegnungen zur Sprache der NS-Justiz – Premiere am 26.4.2020

Szenische Lesung mit Gedichten, Liedern und Theater von Paul Celan, Nelly Sachs und Bert Brecht in der Gegenüberstellung mit Protokollen des Stuttgarter NS-Gerichts von 1944

Boris Burgstaller, Gabriele Hintermaier, Wilma Heuken

Premiere am 26. April 2020, 11:00 Uhr im Hotel Silber, Dorotheenstraße 10

FÄLLT AUS!

Die Sprache: rau, roh, verfälschend, verletzend. Lieder verführend, manipulierend. Kein neues Phänomen. Der Buchbinder Adolf Gerst hatte sich kritisch gegenüber der nationalsozialistischen Politik geäußert, wurde von Kollegen denunziert und in Stuttgart wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt. Adolf Gerst wurde im Lichthof des Justizgebäudes hingerichtet. Die Anzeige gegen ihn und das Protokoll seiner Hinrichtung werden in der Lesung betrachtet. Dem gegenüber stehen Gedichte und Texte von Nelly Sachs, Paul Celan und Bert Brecht, deren Sprache anders ist: differenziert, analytisch, auf der Suche nach Wahrheit und mitfühlend. Am Ende wird ein Bericht von Ursula Boger über das Schweigen der Täter nach Kriegsende gelesen. Ihr Großvater, Wilhelm Boger, ehemaliger Gestapobeamter der Württembergischen Gestapo, war im Auschwitzprozess wegen Mordes verurteilt worden.

Eine StolperKunst Produktion. StolperKunst wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Boris Burgstaller, in Stuttgart geboren, war nach seiner Schauspielausbildung am Theater Münster, am Theater Dortmund, an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und den Städtischen Bühnen Freiburg engagiert. Über seine Theatertätigkeit hinaus war er in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen, u.a. in der Schwarzwaldserie Die Fallers. Seit 1993 gehört Boris Burgstaller zum Ensemble des Schauspiel Stuttgart. Er ist Mitinitiator von StolperKunst.

Gabriele Hintermaier war nach ihrer Schauspielausbildung am Theater Münster, am Theater Dortmund, an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und den Städtischen Bühnen Freiburg engagiert. Als Nachwuchsschauspielerin des Jahres wurde sie 1986 in der Zeitschrift Theater Heute nominiert. Seit 1993 ist Gabriele Hintermaier Mitglied im Ensemble des Schauspiel Stuttgart. Sie ist ebenfalls Mitinitiatorin von StolperKunst.

Wilma Heuken singt seit ihrer Kindheit und hat mit neun Jahren angefangen, Akkordeon zu spielen. Das macht sie bis heute solistisch und in verschiedenen Besetzungen, konzertant und zur Untermalung. Musik und Wort sind die zentralen Bestandteile ihrer Bühnenprogramme. Sie komponiert für Akkordeon, vertont Gedichte und schreibt eigene Lieder. Seit 2017 engagiert sich die Musikerin bei StolperKunst. Die in Nordrhein-Westfalen aufgewachsene Diplom-Soziologin lebt heute in ihrer Wahlheimat Stuttgart.

 

 

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